Ziele haben und Finanzen aufbessern!

Veröffentlicht von KRentzsch am

“Der Mensch braucht Ziele!”
Diesen Satz hat wohl so gut wie jeder von uns schon einmal gehört. Jeder von uns kennt diese Situationen, in denen der Antrieb fehlt. Sei es während der Schulzeit, Ausbildung, im Berufsleben oder im Privaten. In den meisten Fällen bekommen wir irgendwann wieder die Kurve. Richten uns auf, erkennen einen neuen Sinn. Wir finden ein neues Ziel, welches uns wieder antreibt. Allzu erstaunlich finde ich, dass dieser Effekt bei Millionen von Deutschen beim Thema persönliche Finanzen ausbleibt.

Keine Ziele bei den Finanzen?

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Menschen, die täglich um das finanzielle Überleben kämpfen diese Situation nicht verbessern wollen. Andere Menschen, denen bewusst ist, dass sie nie Geld am Monatsende übrig haben den Ursachen nicht auf den Grund gehen wollen. Nein, ich glaube es liegt in der Natur des Menschen, sich auch in diesem Bereich verbessern zu wollen. Niemand lebt gern in Armut oder bei chronisch knapper Kasse. Das lässt sich wohl für alle Einkommensklassen sagen. Jeder von uns, der mit seiner derzeitigen Situation unzufrieden ist, malt sich auch aus, wie es besser sein könnte und hat somit ein erstrebenswertes Ziel vor Augen.

Falsche Ziele?

Warum aber erreichen so viele Menschen diese insgeheimen Träume oder Ziele nie? Sind die Ziele unrealistisch oder zu hoch gesteckt? Selbst kleine Verbesserungen erreichen viele Deutsche nicht. Monatlich 25€ zu sparen erscheint mir zunächst nicht als unrealistisch. Ebenso ist das sehr sinnvolle Vorhaben nicht mehr den Dispokredit des Girokontos zu nutzen ein realistisches und machbares Ziel für viele. Sicherlich ist zum Beispiel für einen Menschen ohne Job und Einkommen der Wunsch nach der Millionen ein fernes Ziel, aber es muss nicht unrealistisch sein. Bei solch langfristigen Vorhaben sollten Zwischenziele gesetzt werden, um die Motivation nicht zu verlieren. Wie definiert ihr solche Ziele?

SMARTe Ziele

Von SMARTen Zielen hat sicherlich der ein oder andere von Euch schon gehört. SMART ist ursprünglich ein Akronym aus dem Projektmanagement und steht für:

S  pezifisch
M essbar
A  ttraktiv
R  ealistisch
T  erminiert

Diese 5 Schlagworte könnten die Anforderungen an unsere finanziellen Ziele nicht besser beschreiben. Nur wenn unsere Vorhaben gewissen Kriterien unterliegen, wird es uns gelingen unseren Schweinehund zu überwinden. Nur dann erreichen wir in letzter Instanz auch unsere Träume, können wir unsere Visionen wahr werden lassen.

Spezifisch

Unsere Finanzvorhaben sollten so konkret wie möglich sein. “Ich möchte meine Finanzen verbessern” wäre dahingehend kein gutes Ziel! Es stellt sich die Frage nach dem “wie” und “auf welchem Wege”?
“Ich möchte meinen Dispokredit nicht mehr nutzen” wäre schon ein wenig genauer, aber für ein gutes Ziel immer noch zu vage. Durch welche Maßnahmen soll eine bessere Liquidität auf dem Girokonto erreicht werden?
Ich möchte meine Ausgaben für Kreditzinsen senken, indem ich meinen Dispokredit nicht mehr in Anspruch nehme. Daher spare ich monatlich mindestens 25€ durch den Verzicht auf Speisen außer Haus, um den Dispo zu tilgen” ist schon sehr präzise formuliert und könnte schriftlich fixiert eine Motivation sein.

Messbar

Unsere finanziellen Ziele müssen immer messbar sein, damit wir unseren Erfolg (oder Misserfolg) nachhalten können. Das ist wichtig, um bei Misserfolg am Konzept/am Ziel feilen zu können, um es schlussendlich zum Erfolg zu führen.
“Ich möchte meine Finanzen verbessern” wäre schwer messbar. Was ist eine Verbesserung? Wenn ich weniger Ausgaben habe? mehr Einnahmen? Mehr Vermögen?
Unser spezifisches Ziel von vorher (“Ich möchte meine Ausgaben für Kreditzinsen senken, indem ich meinen Dispokredit nicht mehr in Anspruch nehme. Daher spare ich monatlich mindestens 25€ durch den Verzicht auf Speisen außer Haus, um den Dispo zu tilgen”) wäre sehr wohl messbar. Bin ich heute mit 1.200€ im Dispo, kann ich einen Monat später messen, ob ich die Schuld reduzieren konnte, sich noch nichts getan hat, oder ich sogar noch weiter in die Miesen gerutscht bin.

Attraktiv

Es gibt für mich kaum etwas attraktiveres, als sich ständig neue Finanzziele zu setzen. Was für viele zunächst langweilig, anstrengend oder spießig klingt, ist im Endeffekt doch der Weg, sich auch viele andere Wünsche und Ziele einfacher erfüllen zu können. Sicher kann man mit Geld nicht alles kaufen, aber, um das Phrasenschwein weiter zu füllen: Geld beruhigt doch ungemein.
Kommen wir zurück auf unser formuliertes Ziel zurück. Spezifisch und Messbar ist es bereits, aber ist es auch attraktiv? Ich finde schon, denn was gewinnt man, wenn man keine Zinsen mehr für den Dispo zahlen muss? Mehr freie finanzielle Mittel pro Monat. Die können dann nach Belieben entweder für Konsum (Belohnung für das Erreichen des Ziels) oder weitere Sparvorhaben genutzt werden.
Unser Ziel heißt also jetzt zum Beispiel:
“Ich möchte meine Ausgaben für Kreditzinsen senken, indem ich meinen Dispokredit nicht mehr in Anspruch nehme. Daher spare ich monatlich mindestens 25€ durch den Verzicht auf Speisen außer Haus, um den Dispo zu tilgen. So spare ich x € pro Monat, von denen ich mir einen neuen Fernseher ersparen möchte.”

Realistisch

Ist unser Ziel realistisch? Ich finde sehr, denn zur Verbesserung der Situation reicht jeder einzelne Euro. Es wäre zwar enttäuschend, wenn nach dem ersten Monat noch eine Disposchuld von 1.999€ zu Buche stünde, aber trotzdem eine Verbesserung. Ich finde, dass auch der Umfang von 25€ realistisch ist, denn wenn wir belegte Brötchen beim Bäcker, Kaffee in Bars und Mittagessen in Imbissen nur leicht reduzieren, kommen wir schnell auf 25€ Ersparnis.

Terminiert

Das letzte Kriterium fordert unserem Ziel eine Terminierung ab. Diese kann auch noch in zwischen Zeitpunkte untergliedert werden. Wenn wir unser Ziel also ein letztes mal anpassen, könnte es heißen:
“Ich möchte meine Ausgaben für Kreditzinsen senken, indem ich meinen Dispokredit in 48 Monaten nicht mehr in Anspruch nehme. Daher spare ich monatlich mindestens 25€ durch den Verzicht auf Speisen außer Haus, um den Dispo zu tilgen. So spare ich x € pro Monat, von denen ich mir einen neuen Fernseher ersparen möchte.”

Unser Ziel ist wahrlich für jemanden konzipiert, der sehr wenig Geldmittel frei stellen kann. Viele von uns können durch Umgewöhnung, ein klein wenig Verzicht und bewussteren Konsum viel mehr aufbringen. Dadurch lassen sich auch größere Ziele erreichen oder kleine Ziele schneller umsetzen.

 


1 Kommentar

5 Millionen Deutsche haben innerlich schon gekündigt - finanziell-autark.de · 22. März 2019 um 12:16

[…] Der Wirtschaftsmotor Deutschland ist stabil. Im internationalen Vergleich stehen wir richtig gut da. Bewerbe bei deutschen Unternehmen haben häufig die Wahl zwischen mehreren Stellen. Und trotzdem herrscht eine große Unzufriedenheit. Nur rund 15 Prozent der deutschen Arbeitnehmer fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz richtig wohl und können sich mit dem was sie tun gut identifizieren. Das ist wohl immer dann der Fall, wenn man sich zum einen mit der Gesamtausrichtung der Firma einverstanden erklärt und die Unternehmenswerte für sich verinnerlicht hat. Das alles setzt aber ein Interesse an der Tätigkeit und nicht nur an der Entlohnung voraus. Solche Bindungen entstehen wohl nur dann, wenn Rahmenbedingungen, wie soziales Arbeitsumfeld, gute Arbeitszeiten, Aufstiegsmöglichkeiten und eine eigene Entscheidungsreichweite gegeben sind. Ausschlaggebend dafür sind die Führungskräfte. Arbeitnehmer benötigen Ziele. Werden diese vom Unternehmen nicht geboten, ist es am Arbeitnehmer selbst, sich Ziele zu setzen, um dem ewigen Hamsterrad-Trott ein klein wenig zu entkommen. Lest dazu meinen Artikel von vorgestern […]

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