Unsere Schule behindert die finanzielle Freiheit

Veröffentlicht von KRentzsch am

Warum können in unserer heutigen Zeit so wenig Menschen gut mit Geld umgehen? Wieso laufen so viele junge Menschen sorglos und unbekümmert in die Rentenfalle? Warum kennt sich ein Großteil der Deutschen nicht mit den wirklich wichtigen Versicherungen aus und meidet den Aktienmarkt?

Ich denke, weil unsere Schulbildung alle diese in unserer Gesellschaft Überlebens notwendigen Kenntnisse nicht vermittelt. Sie versperrt sogar den Blick dafür! Ich selbst bin 13 Jahre auf eine allgemeinbildende Schule gegangen und habe nicht eine Schulstunde mit dem Thema Finanzen oder Geld zugebracht. Dabei ist es doch gerade das Geld, das wirklich JEDER nach seiner Ausbildung erwerben muss, um seine Versorgung sicher zu stellen und sich das Leben zu ermöglichen, was er sich vorstellt.

Die Schulen aber produzieren jährlich Millionen neuer “finanziell Unwissender”, die alle auf ein Leben im ewigen Hamsterrad vorbereitet werden. Bewerbungstrainings, Praktika in Angestellten Positionen und Jobfindungs-Coachings haben mir während meiner Schullaufbahn immer nur den einen Weg, nämlich den zum abhängig Beschäftigten gewiesen. In Kombination mit den täglichen Aufforderungen zum ständigen Konsum durch Werbung auf allen Kanälen werden Kinder und Jugendliche letztendlich zielstrebig auf das unfreie Leben im Hamsterrad vorbereitet: Konsumiere und arbeite und arbeite und arbeite, bis Du 70 bist und Dein Leben nur noch eingeschränkt genießen kannst. Na klasse…

Die Themen gehören in die Schule

Meiner Meinung nach gehören Fächer wie “private Finanzen”, “Geldmarkt” und “Unternehmertum” in die Stundenpläne unseres Nachwuchses, um einerseits das spätere monetäre Handeln zu optimieren und andrerseits BEIDE Wege aufzuzeigen: Das Leben als Angestellter, aber auch die Möglichkeit des eigenen Business. Diese Bildung ist absolut unabhängig von der Schulform und kann schon spielerisch in der Grundschule vermittelt werden. Genug Freiräume für solche Themen gäbe es sicher auch, ist die Schulzeit doch in den letzten Jahren massiv auf Nachmittage ausgedehnt worden. Ein paar Gedicht Analysen, Lateinübersetzungen, Aquarellbilder und Tonschalen weniger schaffen schnell Platz für die wirklich wichtigen Themen des bevorstehenden Lebens.

Beängstigend Sorglos

Erst vor kurzem habe ich mich mit einer Freundin ausgiebig bei einem Abendessen unterhalten und wir kamen zufällig am Rande unserer Unterhaltung (über Ihre Großmutter) auf des Thema “Rente” zu sprechen. Meine besagte Freundin hat Abitur, ein Studium (Bachelor+Master) abgeschlossen und arbeitet nun seit knappen 10 Jahren in einem Unternehmen: 8-10 Stunden täglich, 5 Tage die Woche und manchmal noch am Wochenende. Sie verdient nicht schlecht, aber eben auch nicht überdurchschnittlich.

Als ich ihr beim Thema Rente von meiner mit 18 Jahren abgeschlossenen privaten Rentenversicherung (ob das die beste Idee war sei mal dahingestellt) und meinem Aktiensparvorhaben erzählte musste sie gestehen sich noch keinerlei Gedanken über die gesetzliche Rente hinaus gemacht zu haben. Es machte sich sogar Unbehagen bei ihr breit, da sie keinerlei Ahnung von solchen Dingen hat. Sie lächelte und meinte (anscheinend scherzhaft), Sie könne sich ja sicher in naher Zukunft an mich wenden, wenn sie Fragen hätte und sich um ihre Rente kümmern möchte. Bis heute meidet Sie das Thema in unseren Unterhaltungen…

Ich bin überzeugt, dass unser Bildungssystem verantwortlich für diese tiefe Verunsicherung bei ihr ist. Logisch: Nicht jeder Mensch ist selbst motiviert oder interessiert genug, sich mit dem Thema Finanzen, Aktien, Unternehmertum nach der Schule selbst zu beschäftigen. Daher muss die Schule diesen Part übernehmen und zumindest Grundkenntnisse dieser Gebiete vermitteln, um Millionen Menschen vor Altersarmut und finanziellen Dummheiten zu bewahren. Mit dem nötigen Grundwissen ausgestattet kann dann immer noch jeder Mensch selbst entscheiden, welchen Weg er einschlägt, ob er vorsorgt oder nicht, ob er vielleicht sogar eine frühzeitige finanzielle Freiheit anstreben oder sich im Konsum verlieren möchte.

Über Geld spricht man nicht? Der größte Blödsinn!

Lasst uns in der heutigen Gesellschaft viel mehr über Geld sprechen!



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