Jährlich grüßt das Murmeltier: Die Autoversicherung

Veröffentlicht von KRentzsch am

Murmeltiere leben im Hochgebirge- Sie haben einen ausgeprägten Winterschlaf. In kalten Wintern verpassen sie bis zu neun Monate des Jahres auf diese Weise. Wir haben aktuell November. Viele der kleinen pelzigen Kollegen werden daher längst in Höhlen und geschützten Ecken vom nächsten Sommer träumen. Wir hingegen sollten jetzt hellwach sein, denn jährlich grüßt das Murmeltier: Die Autoversicherung!

November ist die Zeit der Kfz-Versicherung

Jedes Jahr bis zum 30.11. haben Millionen Deutsche die Möglichkeit ihre Kfz-Versicherung letztmalig zu kündigen. Andernfalls verlängert sich diese automatisch um ein weiteres Jahr. Ein Wechsel der Autoversicherung ist heute sehr unkompliziert. Häufig ist das sogar komplett online möglich und spart viel Geld. Ich muss gestehen, dass ich mittlerweile seit über 5 Jahren Kunde der selben Versicherung bin. An den Leistungen und der Vertrags- bzw. Schadensabwicklung habe ich nichts auszusetzen. Jedoch habe ich mich Anfang des Jahres erstmalig näher mit den Konditionen meines Vertrages auseinander gesetzt. Seit Jahren ist ein so genannter “Rabattschutz” teil meines Vertrages.

Warum Rabattschutz?

Dieser Rabattschutz gönnt mir einen “Freischaden” pro Kalenderjahr. Das bedeutet, das meine Schadensfreiheitsklasse nicht zurückgestuft wird, sollte ein Schaden entstehen. Ich darf meinen Rabatt also behalten und fahre in der selben Klasse im nächsten Jahr weiter. Grundsätzlich erstmal eine gute Sache! Diesen Rabattschutz hatte ich vor einigen Jahren hinzugebucht. Dieser Rabattschutz kostet übrigens nicht selten 150 bis 300€ zusätzlich. Auslöser war bei mir ein Parkschaden mit Fahrerflucht an meinem Fahrzeug. Damals musste ich den Schaden über meine Vollkasko abwickeln und wurde empfindlich zurückgestuft. Damit mir so etwas nicht wieder passiert, entschied ich mich spontan für das Vertrags-AddOn.

Der Haken am Rabattschutz steckt im Kleingedruckten

Was mir erst dieses Jahr klar wurde: Diese von Versicherungen angebotenen Rabattschutze gelten in der Regel nur Versicherungsintern! Das bedeutet konkret, dass bei einem Versicherungswechsel jeder einzelne Schaden zählt. Machen wir ein Beispiel: Nehmen wir an, Karl ist 10 Jahre bei Versicherung 1 versichert und hat einen Rabattschutz. Im dritten Versicherungsjahr verursacht er einen Haftpflichtschaden und im 5. Jahr einen Vollkaskoschaden. Insgesamt klettert Karl bei Versicherung 1 also in den zehn Jahren in beiden Versicherungen um 9 Schadenfreiheitsklassen nach oben, da er in beiden Versicherungen jeweils 9 schadenfreie Jahre hatte. Im dritten und fünften Vertragsjahr rettet ihn der Rabattschutz. Bliebe Karl jetzt auch im elften Jahr bei Versicherung 1 Kunde, würden sich beide Schadenfreiheitsklassen wieder um jeweils eine Klasse verbessern.

Nun hat Karl aber im Internet einen Versicherungsvergleich gemacht. Dabei hat er festgestellt, dass etliche Anbieter wesentlich günstiger, bei gleicher oder besserer Leistung, sind. Er entschließt sich daher zu Versicherung 2 zu wechseln. Versicherung 1 muss nun Versicherung 2 die Schadensfreiheitsklassen von Karl bestätigen. Da der Rabattschutz nur intern bei Versicherung 1 galt, wird sie also zwei Schäden und somit zwei Rückstufungen melden.

Reine Kundenbindungsmaßnahme – Wechsel lohnt trotzdem!

So in der Art ist es eben auch bei mir. Wechsle ich nun die Versicherung, meldet meine derzeitige Versicherung den Schaden von vor Jahren dem neuen Versicherer. Somit ist der Rabattschutz für mich eine Kundenbindungsmaßnahme. Das angenehme für die Versicherung: Der Endverbraucher wird für dieses Add-On zusätzlich noch empfindlich zur Kasse gebeten. Damals nicht gelesen = definitiv selbst schuld. Jetzt bin ich schlauer 🙂 Hat man die Funktionsweise des Rabattschutzes erst einmal durchschaut, fühlt man sich häufig an seine derzeitige Versicherung gebunden. Schließlich hat man ja durch die geretteten Schäden der letzten Jahre wesentlich bessere SF-Klassen, als man die nun bei einem neuen Versicherer zugesprochen bekäme. So war auch meine Denkweise.

Ich habe mir aber jetzt meine tatsächliche SF-Klasse von meiner Versicherung bestätigen lassen. Im Anschluss habe diverse Vergleichsportale im Internet besucht und jetzt kommt der Knaller: Obwohl ich 7 SF-Klassen schlechter in der Vollkasko bei neuen Versicherungen eingestuft werde als derzeit, erhalte ich vergleichbare Angebote bis zu 200€ pro Jahr günstiger. Ein Wechsel lohnt sich also auch, wenn man gerettete SF-Klassen bei seinem aktuellen Versicherer hat. In Zukunft würde ich auf einen Rabattschutz übrigens immer verzichten. Die Möglichkeit des Versicherers den Kunden anders zu bepreisen als Neukunden liegt einfach zu Nahe (Ein Neukunde mit meiner geretteten SF-Klasse bekäme bei meiner alten Versicherung einen günstigeren Beitrag als ich). Durch den Wechsel spart man oft mehr, als durch die gerettet Klasse. Außerdem kann man Schäden ja auch immer noch zurückkaufen, um seine SF-Klasse zu behalten. Das ist oft günstiger als die Rückstufung.

Wacht also auf ihr Murmeltiere

Tut Euch einen Gefallen und nutzt noch bis zum 30.11. einen Online-Versicherungsvergleich (siehe am Ende des Artikels*). Schaut unverbindlich nach, wie viel ihr sparen könnt. Und selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass ihr noch beim günstigsten Anbieter seid, habt ihr maximal 5 Minuten in den Vergleich investiert – das ist es allemal wert! Jetzt ist der letzte Zeitpunkt, eben ganz nach dem Motto: Jährlich grüßt das Murmeltier: Die Autoversicherung. Wer jetzt schon schläft, zahlt ein Jahr weiter seinen teuren Beitrag.
Mein Wechsel ist schon in trockenen Tüchern. Ich spare im kommenden Jahr knappe 200€, die ich mit Freude investieren werde 🙂

Bis Montag!

*mit der Nutzung des nachfolgenden Vergleichs-Tools unterstützt ihr meine Arbeit. Es entstehen Euch bei der Berechnung der Tarife keine Mehrkosten.


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