Immer mehr Menschen werden Privatier

Veröffentlicht von KRentzsch am

Mit 40 oder 50 schon in Rente gehen? Dieser Trend ist spätestens seit der so genannten “FIRE”-Bewegung in Amerika keine Randerscheinung mehr. Am Montag konnte man es im Handelsblatt lesen. Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen einen deutlichen Trend: In der Bundesrepublik gibt es immer mehr Privatiers. Im Jahr 2018 finanzierten demnach rund 627.000 Menschen landesweit ihren Lebensunterhalt zum größten Teil aus Ihrem Vermögen. Damit sind Vermögensanlagen und Rediten früherer Investitionen am Kapital- oder Immobilienmarkt gemeint. Es handelt sich bei der neuen Zahl der “Frührentner” aus dem vergangenen Jahr um einen Anstieg von knapp 70% gegenüber dem Jahr 2000. Leben ohne arbeiten zu “müssen” wird also immer attraktiver und auch häufiger.

Vermögenssteuer

Der SPD fällt im gleichen Atemzug nichts besseres ein, als eine Vermögenssteuer ins Gespräch zu bringen. Meiner Meinung nach der verzweifelte Versuch, wieder an sozialem Profil zu gewinnen. Die Genossen sind in einer fatalen Abwärtsspirale. Die sozialdemokratische Partei möchte daher nun gerne (spitz gesagt) finanziell gebildete Menschen, die sich Ihren Vorruhestand erarbeitet oder erspart haben, besonders steuerlich belasten. Man verspricht sich sicherlich Wählerstimmen im Bereich der Geringverdiener. Es handelt sich um eine klassische Umverteilung ohne Gegenleistung.

Bürger, die sich Ihr Vermögen wirklich selbst erspart haben würden von dieser besonders hart getroffen. Ich möchte nicht bestreiten, dass es Leute gibt, die nicht im direkten Zusammenhang mit ihrem Vermögen stehen und man in diesen Fällen von einer gewissen sozialen Ungerehtigkeit sprechen darf, jedoch sollte besser differenziert werden! Wer seit dem 16. Lebensjahr über mehrere Dekaden Großteile seines Gehaltes und Einkommens zum Beispiel in ETFs gespart hat und daher mit 50 in Ruhestand gehen kann, weil er mehr als 1 Millionen Euro auf dem Konto hat, sollte nicht mit einer Vermögenssteuer konfrontiert werden. Schließlich handelt es sich bei seinem Erspartem ja bereits um versteuertes Geld (Einkommen- / Lohnsteuer).

Arbeit und Sparen muss sich lohnen

Ich bin grundsätzlich gegen eine zusätzliche Besteuerung großer Vermögen. Wenn aber überhaupt sollte besser unterschieden werden. Durch eine Erhöhung oder Modifikation der Erbschaftssteuer könnte verhindert werden, dass Menschen ohne eigenes Zutun an unverhältnismäßige Vermögen gelangen. Wer sich seine Millionen selbst erarbeitet (und ordnungsgemäß Steuern gezahlt hat) wäre dann außen vor und kann völlig verdient die Frücjte seiner Anstrengungen ernten, ohne für seine Mühen “bestraft” zu werden. Schließlich darf der, der nicht sein ganzes Gehalt sofort verkonsumiert nicht im Nachteil gegenüber anderen sein, die von der Hand in den Mund leben. Das fände ich ein sehr bendekliches Signal. Man könnte auch von einem fatalen “Konjunkturpaket” sprechen, sollte es zu dieser paradoxen Situation kommen.


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