Habt ihr Angst vor Aktien?

Veröffentlicht von KRentzsch am

Die Deutschen scheinen eine panische Angst vor Aktien zu haben. Der Anteil der Aktionäre an der Gesamtbevölkerung beläuft sich auf gerade einmal 7%. Im Vergleich dazu besitzen in den USA gut 56% der Bevölkerung privat Aktien. Jedoch muss man keineswegs bis über den Atlantik schauen. Ein Großteil unserer europäischen Nachbarn ist wesentlich aktiver an den Börsen, als wir Deutschen. Frankreich kommt auf eine Aktionärsquote von immerhin 15% und die Schweiz auf gut 20%. Spitzenreiter in der EU sind unsere niederländischen Nachbarn. Jeder dritte Einwohner ist dort in Wertpapiere investiert. Wie kommt es, dass die meisten Deutschen von der Börse nichts wissen möchten? Warum horten Millionen Deutsche große Geldreserven auf nicht lukrativen Spar- und Girokonten? Ich denke, es gibt mehrere Ursachen für dieses Phänomen.

Finanzbildung

In Deutschland erhalten Kinder und Jugendliche ihre finanzielle Bildung einzig und allein durch ihr (familiäres) Umfeld. Es gibt keine Schulfächer, die den Umgang mit Geld lehren und auch keine zielgerichteten und flächendeckenden Weiterbildungsmaßnahmen. Die Eltern und Großeltern haben sich in der Vergangenheit meist in puncto Geldanlage immer auf ihre Bankberater verlassen und vererben diese Einstellung weiter. Dabei sind die so genannten Berater der Filialbanken nichts anderes als Verkäufer eigener Finanzprodukte und oft ähnlich unwissend, wir der Kunde am anderen Ende des Schreibtisches.

Negative Erfahrungen

Viele Bundesbürger waren vielleicht sogar schon einmal in Aktien investiert. Die meisten davon wohl zur Jahrtausendwende während der Dotcom-Blase oder im Jahre 2008 zur Finanzkrise. Nachdem die Kurse schwindelerregende Höhen erreicht hatten, schwappte das Aktienfieber auch auf viele Privatanleger über. Sie kauften beispielsweise die Telekom-Aktie, die damals als “Volksaktie” propagiert wurde. Als der “kleine Mann” jedoch von den großen Gewinnen erfuhr und sich einkaufte, war das große Geld schon gemacht, die Blase platzte und die Kurse rauchten teils ins Bodenlose. Viele private Anleger verloren viel Geld und schworen sich, nie wieder in Aktien zu investieren. Ähnlich verhielt es sich nach einer Kursrallye bis zum Jahr 2008, in dem die Kurse im Zuge der Finanzkrise einbrachen. Solch negative Erfahrungen prägen für ein ganzes Leben. Die Geschädigten werden natürlich auch ihren Angehörigen und Kindern Aktien als “Teufelszeug” darstellen.

Über Geld spricht man nicht

Tatsächlich gibt es ein deutsches Sprichwort, welches da lautet: “Über Geld spricht man nicht, Geld hat man.” Dieses Sprichwort ist so alt, wie dämlich! In vielen Nationen ist das Thema Geld kein Tabuthema und die Menschen tauschen sich über Vermögensverhältnisse und vor allem Anlagestrategien aus. Bei uns jedoch gilt es als verpönt, den Bekannten zu fragen, was er denn verdiene, geschweige denn, wie viel er auf der hohen Kante liegen hat. Wenn ich von meinen Anlageaktivitäten und Zielen erzähle ernte ich nicht selten Ablehnung und Unverständnis. Dabei wäre es für viele wirklich gesund, sich diesem Thema zu nähern.

Aktien sind alternativlos

Für uns Kleinsparer – vor allem solche, die damit beginnen wollen – sind Aktien in meinen Augen derzeit weitestgehend alternativlos. Für nur 25,- EUR monatlich kann jeder monatlich in Wertpapiere oder -sparpläne seiner Wahl investieren. Mit solch kleinen Summen funktioniert das weder in der Immobilienbranche, noch bei Firmenbeteiligungen und vielen weiteren Assetklassen. Der derzeitig aufstrebende Trend der P2P-Kredite könnte eine Alternative werden, hat sich aber noch nicht etabliert und vollends bewährt, wie ich finde. Daher eignen sich mintos, bondora & co nur begrenzt als erste und einzige Anlageklasse. Der Erwerb von Anteilen an real existierenden Firmen und Märkten über Aktien hat in der Vergangenheit schon manche Turbulenzen überstanden und bietet den Anlegern einen Verständlichen Gegenwert. Neben Kursgewinnen können auch Dividenden eingestrichen werden.

Ich nutze Aktien als eine (von mehreren) tolle Chance, frühzeitig meine finanzielle Autarkie zu erreichen und ein Vermögen aufzubauen.

Habt ihr Angst vor Aktien? Wovor genau fürchtet ihr Euch?

Bis nächsten Montag – dann sprechen wir wieder über Geld 🙂


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