Bedroht die Digitalisierung unser Bargeld?

Veröffentlicht von KRentzsch am

Das Thema ist schon längerer Zeit in aller Munde: Die Abschaffung des Bargeldes.

Viele Regierungen möchten diesen Schritt möglichst bald gehen. Wer viel Bargeld nutzt wird heute schnell in eine Ecke mit Steuerhinterziehern, Korruption oder gar Terroristen gestellt.
Dabei ist Bargeld eine über Jahrhunderte erprobte und funktionierende Transaktionsmöglichkeit. Ich selbst mag Bargeld. Ich komme mir blöd vor, wenn ich für meinen Einkauf von einem Brot und einer Packung Käse 2,74 Euro an der Kasse mit Karte zahlen soll.

Elektronische Zahlung nicht verteufeln

Mit Sicherheit ist bargeldloses Bezahlen heutzutage einfach, sicher und für viele bequem. Man muss keine Unmengen Bargeld mehr mit sich rum schleppen und wird so auch ein Stück weit weniger angreifbar. Jeder kennt doch das Gefühl auf dem Weg zu einer größeren Anschaffung mit der Tasche voll Geld. An jeder Ecke vermuten wir dann einen Hinterhalt und sind froh, wenn wir Geld gegen den begehrten Gegenstand getauscht haben.

In den letzten Jahren haben elektronische Zahlvorgänge weltweit immer weiter zugenommen. Und das ist auch gar nichts schlechtes. Der “Bezahl-Markt” wird sich ganz ohne zutun von Behörden immer weiter zum digitalen Zahlungsverkehr entwickeln. Dafür sorgen schon unsere global Player und andere große Unternehmen, für die diese Art der Bezahlung einfacher ist. Das ist eine Entwicklung, die so niemand aufhalten wird und will. Trotzdem bin ich gegen ein diktiertes Verbot von Bargeld. Es geht nämlich nicht nur um unser Zahlungsmittel.

Bargeld weg – Freiheit weg

Mario Draghi, der Chef der EZB (Europäischen Zentralbank) hat den 500-Euro Schein als Symbol der Schwarzarbeit dargestellt und so dessen Abschaffung forciert. Das war sicher ein erster Schritt in Richtung Abschaffung barer Zahlungsmittel. Seit der Finanzkrise sind unsere Zinsen auf Spareinlagen drastisch gesunken, bis hin zu Negativzinsen. Bei einigen Banken zahlen selbst Privatanleger mittlerweile Strafzinsen, ab einem gewissen Kontostand. So soll vereinfacht gesagt die Konjunktur angekurbelt werden, da es sich ja nicht lohnt, das Geld “zu parken”. Bareinlagen als Ausweg solcher Strafzahlungen sind daher vielen Instituten ein Dorn im Auge.

Ohne Bargeld machen wir uns viel zu abhängig vom Willen einiger weniger, die unsere Politik oder die ganz großen Geschäfte über unseren Köpfen machen. Wir geben mit Bargeld nicht nur ein Zahlungsmedium, sondern auch einen gewissen Teil an Lebens- und Entscheidungsfreiheit auf. Viele Menschen scheinen das verstanden zu haben, denn in den letzten Jahren ist die Bargeldmenge in der Eurozone sukzessiv angestiegen.

Lasst uns da, wo es sicher und bequem ist den elektronischen Zahlungsverkehr nutzen und ausbauen. Gleichwohl sollten wir uns alle auf ein bisschen bar zahlen besinnen, um nicht die Währungs-Marionette eines Systems (was nicht mal das unsere sein muss) zu werden.


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