6 Monate sparen ohne Verzicht?

Veröffentlicht von KRentzsch am

Sparen völlig ohne Verzicht? Das ist doch unmöglich, werden viele sagen. Vor 6 Monaten habe ich die “5-Euroschein-Challenge” ins Leben gerufen. Wer mit dem Begriff noch nichts anfangen kann, sollte sich meinen Artikel hier durchlesen. Seither habe ich konsequent jeden 5-Euroschein, den ich abends noch im Portemonnaie hatte, in eine Sparkiste gesteckt. In einem halben Jahr sind so bei mir insgesamt 260 Euro zusammen gekommen. Eine beachtliche Summe, wie ich finde. Denn genaugenommen habe ich durch das 5-Euroschein-Sparen auf nichts verzichtet, was ich heute vermisse.

Sparen aber auf nichts verzichten?

Die kleinen Scheine sitzen in unseren Geldbörsen unglaublich locker. Diese Erfahrung hat sicher jeder schon mehr oder weniger bewusst gemacht. Habe ich einen Hunderter dabei, überlege ich mir genau, ob ich ihn jetzt für ein belegtes Brötchen außer Haus anbreche. Mit einem Fünfer sieht das ganz anders aus. Den setzten wir für die (vermeintlich notwendigen) täglichen Bedürfnisse ohne mit der Wimper zu zucken ein. Ist er dann erstmal angebrochen, bleibt das Münzwechselgeld meist auch nicht lange bei uns.

Wenn ich nun die 5er abends aussortiere, habe ich nie (oder selten) kleine Scheine dabei und stelle daher auch viel häufiger kleine Ausgaben aktiv in Frage. Den Snack unterwegs? Wenn ich einen Zwanziger anbrechen muss, warte ich doch lieber noch 30 Minuten, bis ich zu Hause bin. Etwas nettes in der Sonderauslage beim Discounter gesehen? Den fünfzig Euroschein möchte ich aber jetzt doch nicht anbrechen… und so weiter. Das ganze macht mir mittlerweile richtig Spaß. Ich ertappe mich dabei, wie ich schon tagsüber die 5er, die ich erhalte, nicht weiter einsetze, um abends mehr in die Kiste stecken zu können.

Wie ich bereits sagte, fehlt mir nach den sechs Monaten des Experimentes nichts, ich habe also nachhaltig auf nichts verzichten müssen. Natürlich handelt es sich nichts desto trotz um eine kleine Selbstüberlistung, denn im Endeffekt hättet Ihr das Geld ja sonst für irgendetwas eingesetzt. Es handelt sich also nicht wirklich um Sparen völlig ohne Verzicht, sondern eher um ein bewussteres Reflektieren der Ausgaben. Die gesammelten 260 Euro sind aber heute noch bei mir. Ich werde die Challenge bis zum Jahresende auf jeden Fall weiterführen und bin gespannt, ob ich tatsächlich über 500€ in einem Jahr zusammenbekomme. Das muss man sich mal vorstellen – das ist ein kleiner Urlaub, eine gute Anzahlung für einen Gebrauchtwagen, bei sparsamen Familien sicherlich ein knappes halbes Jahr Lebensmittel, eine ordentliche Kreditsondertilgung oder vieles mehr. Probiert auch Ihr die 5-Euroschein-Challenge aus. Es funktioniert und kann sogar richtig Spaß machen!


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